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Freitag, 18 Januar 2013 08:40

Alarmierung an Schulen in Remchingen

Immer mehr kommt es an den Schulen zu Amokläufen. Nach Angaben einer Studie der Universität Köln werden in Deutschland jedes Jahr im Schnitt 400 Amokläufe von Schülern angedroht. Zwischen 1999 und 2009 haben neun Amokläufe an Schulen stattgefunden.
Nach dem Amoklauf 2009 im nahen Winnenden hat die Gemeinde Remchingen aus dem Vorfall gelernt und sich auf die Suche nach einem Sicherheitskonzept begeben. Wichtige Entscheidungskriterien waren für den Bauamtsleiter der Gemeinde, Udo Schneider, eine schnelle, einfache und kostengünstige Alarmierung, Betriebssicherheit und Redundanz, sowie die Möglichkeit Verbarrikadierung der Zimmertüren im Amokfall. Zum Zeitpunkt der Anfrage befand sich das Konzept der EMERCOS Alarmierungssysteme GmbH noch in der Entwicklung, sodass Remchingen als Pilotprojekt die Grundentwicklung maßgeblich beeinflusst hat. Für das Zutrittskontrollsystem der Gemeinde Remchingen waren die sechs Schulen jedoch nur ein Teil der angefragten Leistung. Diese bestand aus einer kompletten Schemaplanung, bei der alle Gebäude der Gemeinde anhand eines Organigramms erfasst und in eine ganzheitliche Schließstruktur aufgenommen wurden. Diese Grundstruktur ist beliebig erweiterbar und bietet damit neben Flexibilität in der Wahl des Systems (elektronische oder mechanische Schließanlage) eine langfristige Planungssicherheit für die Gemeinde. Als Zutrittskontrollsystem für Rathäuser, Schulen, Wasserwerk, Kindergärten, Schwimmbad, Altenwohnheim und Pumpstationen bot die BKH Sicherheitstechnik KG ein mechatronisches Schließsystem der Firma KESO an. Für dieses und für Alarmanlagen im Schwimmbad und Wasserwerk erhielt BKH Anfang 2009 den Auftrag. Für die Absicherung der sechs Schulen bekam EMERCOS den Zuschlag, BKH wurde als Errichter mit dem Einbau der Anlagen beauftragt.

Sicherheitskriterien
- Ganzheitliche Planung und langfristige Planungssicherheit
- Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten der Lösung
- Einbindung bereits vorhandener Technik
- Schnelle und einfache Alarmierung im Alarmfall
- kostengünstige Installation
- Betriebssicherheit der Anlage
- Automatisierter und schneller Verfahrensablauf im Amokfall
- Intuitiv zu bedienende Geräte

Umsetzung
Ende 2009 begann die Umsetzung des Konzeptes, das sich aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt:

- Amokalarmierung: Die Umsetzung erfolgte mit Funkhandsendern und Funkwandmeldern – jeder Lehrer besitzt nun einen Funk- Handsender für die Alarmierung per Knopfdruck. Um das Risiko eines Fehlalarms zu minimieren und den Schulalltag nicht zu stören, wurden lediglich in den nicht öffentlich zugänglichen Bereichen, wie Rektorat und Hausmeisterbüro Funk - Wandmelder installiert.

- Im Alarmfall: Das vom Handsender bzw. Wandmelder ausgehende Alarmsignal wird von der EMERCOS Zentrale, dem „Gehirn" des Systems, ausgewertet. Innerhalb weniger Sekunden erfolgt die interne Alarmierung über Lautsprecher und die externe Alarmierung der Hilfskräfte. In einem Alarmplan legte die Gemeinde fest, welche Instanzen im Amok-Fall alarmiert werden.
Neben Rettungskräften wie Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen, kann die Anlage auch Meldungen per SMS an alle Lehrer senden und damit diejenigen warnen, die gerade auf dem Weg zur Schule sind. Auch der Bürgermeister kann so über den Vorfall informiert werden. Für die interne Alarmierung wurde die bestehende ELA angebunden und damit die Kosten für neue Lautsprecher eingespart.

- Visualisierung: Die Visualisierung erlaubt die personelle und räumliche Zuordnung der Alarmquelle. Ein Bildschirm im Rektorat zeigt die auslösende Person.

- Verbarrikadierung: Die Absicherung aller Klassenzimmer, Sanitär- und Verwaltungsbereiche durch spezielle Knauf- Prioritätszylinder – in Kombination mit einem Klassenraumschloss gewährleisten, dass im Gefahrenfall die Tür – ohne Schlüssel – durch jeden der sich innerhalb eines Raumes aufhält, mittels einfacher Drehung eines Türknaufs verschlossen werden kann. Von außen ist die Tür nur mit einem Schlüssel, der an Berechtigte ausgegeben wird, zu öffnen.

EMERCOS legte mit Remchingen den Grundstein für eine rasante Entwicklung. Es folgten zahlreiche Anfragen. Bis heute wurden über 100 Schulen mit EMERCOS Produkten ausgestattet. Das System wird kontinuierlich weiterentwickelt und findet durch Produkte wie EMERCOS SIS (Sprachalarmierungs-Systeme) oder die Kombination von Hausalarm und Amokalarm nicht nur in Schulen Einsatz, sondern auch in Krankenhäusern, Firmen und öffentlichen Gebäuden.